STARK und „Pack ma’s“ – Workshop für die Industriekaufleute geht in die zweite Runde
Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler bereits im ersten Workshop intensiv mit dem Thema Stress und verschiedenen Möglichkeiten der Stressbewältigung beschäftigt hatten, standen dieses Mal drei neue Schwerpunkte im Mittelpunkt: der Aufbau eines persönlichen Unterstützer-Netzwerks, das Thema „Stark in die Prüfung“ sowie zahlreiche Übungen zur Förderung von Teamgeist, Vertrauen und Zivilcourage. Dabei war von Beginn an klar: Der Workshop sollte einen offenen und wertschätzenden Raum bieten, in dem jeder seine Gedanken äußern durfte, ohne bewertet zu werden.
Im ersten Teil des Tages setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinander, wer ihnen in schwierigen oder stressigen Situationen Kraft geben kann. Jede und jeder zeichnete ein eigenes Unterstützer-Netzwerk und machte sich bewusst, dass Familie, Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Lehrkräfte, Vereine oder Beratungsstellen wichtige Anlaufpunkte sein können. Eine zentrale Erkenntnis lautete dabei: Niemand muss Probleme allein lösen – Hilfe anzunehmen ist eine Stärke. Um sich auch in belastenden Situationen daran zu erinnern, suchten sich die Teilnehmenden zusätzlich einen persönlichen „Erinnerer“ als positiven Anker aus.
Besonders relevant für die angehenden Industriekaufleute war anschließend das Modul „Stark in die Prüfung“. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wann Prüfungsstress besonders stark auftritt: bereits in der Woche vor der Prüfung, am Abend davor, kurz vor Prüfungsbeginn oder bei einem gefürchteten Blackout. Die Schülerinnen und Schüler beobachteten ihre eigenen körperlichen Reaktionen, Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen und entwickelten daraus individuelle Strategien. Negative Gedanken wie „Ich werde durchfallen“ wurden bewusst hinterfragt und in stärkende, realistische Glaubenssätze umformuliert. Atemübungen, Entspannungstechniken und konkrete Tipps zur Prüfungsvorbereitung zeigten, wie es gelingen kann, auch in angespannten Situationen wieder handlungsfähig zu werden.
Ein besonderes Highlight war der persönliche Brief, den alle an ihr zukünftiges Ich verfassten. Darin hielten sie ihre Stärken, ihre wichtigsten Unterstützer und ihre besten Strategien gegen Stress und Prüfungsangst fest. Die Briefe werden bis zur 11. Klasse aufbewahrt und den Schülerinnen und Schülern rechtzeitig vor dem ersten Teil der Abschlussprüfung zurückgegeben – als ganz persönliche Erinnerung daran, was sie können und was ihnen hilft.
Natürlich kam auch das Teambuilding nicht zu kurz. Bei Übungen wie der „Floßfahrt“, dem „Menschlichen Knoten“ oder der „Zugbrücke“ waren Kommunikation, Rücksichtnahme, gegenseitige Unterstützung und Vertrauen gefragt. Die Klasse erlebte ganz praktisch, dass Herausforderungen leichter zu bewältigen sind, wenn alle zusammenarbeiten, aufeinander achten und niemand zurückgelassen wird.
In weiteren Übungen wurden wichtige Themen wie Gewalt, Gruppendruck, Zivilcourage und Verantwortung aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten, wie unterschiedlich Situationen wahrgenommen werden können, welche Rolle Außenstehende spielen und warum „Ich habe doch nichts gemacht“ keine ausreichende Haltung ist. Dabei entstanden klare gemeinsame Leitsätze: Wir achten aufeinander. Bei Problemen holen wir uns Hilfe. Das Opfer entscheidet, ob Gewalt vorliegt. Und wir übernehmen Verantwortung.
Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: Der Workshop-Tag war rundum gelungen. Er brachte viele wichtige Themen auf den Tisch, ermöglichte offene und sehr wertschätzende Gespräche und stärkte das Gemeinschaftsgefühl noch einmal spürbar, bevor es in die Sommerferien ging.
Manuela Hobmaier, OStRin
Sabine Baumann, StRin